Diese Corona-Hilfen für kleine Unternehmen könnt ihr jetzt beantragen

Ein Experte berät einen Selbstständigen zur Corona-Nothilfe

Aktualisiert am 22.02.2021 um 16:30 Uhr

Am 16. Dezember wird aus dem „leichten“ ein „harter“ Lockdown. Neben der Gastronomie muss nun auch der Einzelhandel seine Pforten schließen. Für viele Selbstständige und kleine Unternehmen bedeutet das erneut schwere wirtschaftliche Einbußen. 

Um euch in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, haben wir in diesem Artikel die wichtigsten finanziellen Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern für euch zusammengestellt: von Corona-Nothilfe über Überbrückungshilfe bis zu Zuschüssen und Krediten.

Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe wird bis Ende Juni 2021 erweitert. Hier die wichtigsten Eckdaten:

  • Alle Unternehmen mit mehr als 30 % Umsatzeinbruch können nun die gestaffelte Fixkostenerstattung beantragen. Es werden also keine Unterschiede mehr gemacht nach Umsatzeinbrüchen und Zeiträumen, Schließungsmonaten und direkter oder indirekter Betroffenheit.
  • Die Förderhöchstgrenze wird auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat angehoben.
  • Fördermonate sind November 2020 bis Juni 2021.
  • Abschlagszahlungen gibt es für alle antragsberechtigten Unternehmen. Nicht nur für diejenigen, die von den Schließungen betroffenen waren. Pro Fördermonat sind bis zu 100.000 Euro möglich.

Weitere Infos findet ihr auf der Website der Überbrückungshilfe.

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Neustarthilfe

Die Neustarthilfe richtet sich an Solo-Selbständige, die zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2021 Corona-bedingt nur eingeschränkt arbeiten können. 

Als Betroffene erhaltet ihr einmalig 50 Prozent eines sechsmonatigen Referenzumsatzes. Dieser wird auf Basis eures Jahresumsatzes von 2019 berechnet, beträgt maximal aber 7.500 Euro.

Ihr könnt die Neustarthilfe nicht zusammen mit der Überbrückungshilfe III beantragen. Lasst euch also am besten zuvor beraten, welche Art der Hilfe besser für euch ist.

Weitere Infos findet ihr auf der Website der Neustarthilfe.

Überbrückungshilfe II

Wenn euer Business mit großen Umsatzeinbußen zu kämpfen hat, dann kommt vielleicht die Überbrückungshilfe des Bundes für euch infrage. Diese ist letztes Jahr in die zweite Phase gegangen. Hier die wichtigsten Eckdaten:

  • Gefördert werden die Monate September bis Dezember 2020
  • Antragsberechtigt sind Unternehmen aller Größen, Soloselbständige und Freiberufler aller Branchen sowie gemeinnützige Organisationen (z. B. Jugendherbergen)
  • Die Antragsfrist endet am 31. Januar 2021

Wann kann ich Überbrückungshilfe beantragen?

Um für Überbrückungshilfe II infrage zu kommen, muss einer von zwei Fällen auf euch zutreffen:  

  • Euer Umsatz ist zwischen April und August um mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten eingebrochen. Und zwar im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten.
  • Oder ihr habt im gesamten Zeitraum von April bis August einen Umsatzeinbruch von im Durchschnitt mindestens 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Musstet ihr also beispielsweise im April und im Mai Einbußen von mindestens 50 Prozent erleiden, habt ihr Anspruch auf Überbrückungsgeld. Auch, wenn eure Umsätze im Juni und im Juli kaum eingebrochen sind. Und ebenfalls habt ihr Anspruch, wenn eure Umsätze während des gesamten Zeitraums im Schnitt um 30 Prozent zurückgegangen sind.

Wie viel Überbrückungshilfe bekomme ich?

Die Höhe der Förderung hängt davon ab, welche Umsatzeinbrüche ihr in den Monaten September, Oktober, November und Dezember 2020 erwartet – immer im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten.

Abhängig davon erhaltet ihr:

  • 90 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent
  • 60 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70 Prozent
  • 40 Prozent der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 30 und 49 Prozent

Habt ihr euer Unternehmen zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet, könnt ihr die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich nehmen.

Für die Berechnung betrachtet Vater Staat jeden Monat einzeln. Liegt euer Umsatzeinbruch in einem Monat unter 30 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, erhaltet ihr für diesen Monat keine Überbrückungshilfe.

Die maximale Höhe der Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat.

Wie beantrage ich Überbrückungshilfe?

Überbrückungshilfe könnt ihr nicht direkt, sondern nur über einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer beantragen. Der überprüft eure finanzielle Lage, stellt euren Antrag zusammen und reicht ihn ein.

Weitere Informationen zu der Überbrückungshilfe findet ihr auf der dafür angelegten Website. Dort gibt es auch ein ausführliches FAQ, in dem viele Regeln und Sonderfälle genau erklärt werden.

November- & Dezemberhilfe

Zuschüsse in Milliardenhöhe verspricht die Bundesregierung den Unternehmen, die im November und Dezember schließen müssen oder anderweitig vom Lockdown betroffen sind. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Unternehmen mit maximal 50 Mitarbeitern werden 75 Prozent des entgangenen Umsatzes erstattet.
  • Grundlage der Bemessung sind November 2019 bzw. Dezember 2019.
  • Habt ihr euer Business erst nach November 2019 gegründet, wird der Oktober 2020 als Bemessungsgrundlage verwendet.
  • Als Solo-Selbstständige könnt ihr auch euren durchschnittlichen Umsatz von 2019 zur Bemessung vorlegen.

Mehr Details findet ihr in auf der Website der November- und Dezemberhilfe.

Wie beantrage ich die November- bzw. die Dezemberhilfe?

Die Anträge werden über die Website der Überbrückungshilfe gestellt. Wie bei der Überbrückungshilfe könnt ihr sie nicht direkt beantragen, sondern benötigt dafür einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer.

Solo-Selbstständige können Hilfen bis maximal 5.000 Euro direkt beantragen. Dafür benötigt ihr ein gültiges ELSTER-Zertifikat.

Hilfen für die Kulturbranche

Unter dem Namen NEUSTART KULTUR stellt die Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfsprogramm für die Kultur- und Medienbranche vor. Dabei soll beispielsweise der Ausbau moderner Belüftungssysteme gefördert werden. Weitere Details zu den umfangreichen Maßnahmen findet ihr auf der dazugehörigen Website.

Auf der Seite der Bundesregierung findet ihr ebenfalls eine Übersicht über Hilfen für Künstler und Kreative.

Corona-Nothilfen der Bundesländer

Die Corona-Soforthilfen der Länder sind bereits im Mai ausgelaufen und können nicht mehr beantragt werden. Doch auch darüber hinaus bietet jedes Bundesland finanzielle Hilfen in Form von Einmalzahlungen, Krediten und Zuschüssen an. 

Im Folgenden findet ihr eine Übersicht über die wichtigsten Hilfsmaßnahmen, geordnet nach Bundesland. Dabei haben wir die Hilfen hervorgehoben, die für Selbstständige und kleine Unternehmen am Interessantesten sind.

Baden-Württemberg

  • Stabilisierungshilfe Corona für Hotels und Gast­stätten­. Gastronomen erhalten im Ländle Zuschüsse für bis zu drei Monate. Anträge könnt ihr noch bis zum 31. Dezember stellen.
  • Tilgungszuschuss Corona. Dieser Zuschuss richtet sich an “Unternehmen und Selbständige aus den Wirtschaftsbereichen der Schausteller und Marktkaufleute, der Veranstaltungs- und Eventbranche sowie des Taxi- und Mietwagengewerbes”. Dabei unterstützt euch das Land bei der Tilgung eurer Kredite.

Darüber hinaus findet ihr auf der Seite der L-Bank eine Liste aktueller Hilfsangebote des Landes.

Bayern

Im Land von Laptop und Lederhosen gibt es eine ganze Reihe verschiedener Hilfsmaßnahmen für verschieden Branchen und Unternehmensgrößen. Eine Übersicht vom BayernFonds bis zu Fördermaßnahmen für die Kulturbranche findet ihr bei der IHK München.

Berlin

  • Soforthilfe V. Dieser Zuschuss richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit 10 bis 100 Mitarbeitern.
  • Soforthilfen für Betriebe der Schankwirtschaft. Zurzeit arbeitet das Land Berlin noch an den Details des Hilfsprogramms. Anträge sollt ihr ab Mitte November stellen können. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Weitere aktuelle Hilfsprogramme hat die Investitionsbank Berlin für euch zusammengestellt.

Brandenburg

  • Konsolidierungs- und Standortsicherungsprogramm. Das Land Brandenburg hat das Programm an die Herausforderungen der Corona-Pandemie angepasst. Gefördert werden Freiberufler sowie kleine und mittlere Unternehmen, die vor mehr als drei Jahren gegründet haben.

Mehr Infos zu den Programmen in Brandenburg gibt es beim Wirtschaftsministerium des Landes.

Bremen

Generelle Hilfestellungen und Infos zum Thema Coronavirus stellt die Stadt Bremen auf der Website des Wirtschaftsstandortes Bremen zur Verfügung.

Hamburg

  • Hamburg-Kredit Liquidität. Diese Kredithilfen können Solo-Selbstständige, Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen sowie Non-Profit-Unternehmen und Vereine beantragen.
  • IFB-Förderkredit Kultur Fördermodul Corona. Mit diesem Kredit werden alle Eigentümer eines Kulturbetriebs gefördert. Abgedeckt werden “Betriebsmittel, deren Bedarf aus der COVID-19-Krise resultiert”.
  • Neustartprämie. Als Künstlerinnen, Künstler oder Kreative könnt ihr diese einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro noch bis zum 31.12.2020 beantragen.

Weitere Finanzhilfen findet ihr einer Übersicht auf der Website der Stadt Hamburg.

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Hessen

Weitere Fördermittel des Landes findet ihr beim Wirtschaftsministerium Hessen.

Mecklenburg-Vorpommern

Das nordöstlichste Bundesland hat ein Winter-Stabilisierungsprogramm für Wirtschaft und Arbeit vorgelegt. Dazu gehören beispielsweise Unterstützungsprogramme für Gastronomie und Veranstaltungswirtschaft sowie zahlreiche weitere Maßnahmen.

Niedersachsen

Auf der Website der NBank findet ihr eine Übersicht mit weiteren Corona-Programmen in Niedersachsen.

Nordrhein-Westfalen

  • NRW.BANK.Universalkredit. Dieser Kredit richtet sich an Existenzgründer, Freiberufler und kleine und mittlere Unternehmen.

Weitere Corona-Hilfen stehen auf der Website der NRW.BANK.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit keine Maßnahmen, die über das Angebot des Bundes hinausgehen. Die Landesregierung verweist jedoch auf die Programmkredite der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz.

Saarland

Weitere Informationen zu Hilfsangeboten gibt es auf der Website der saarländischen Landesregierung.

Sachsen

Der Freistaat Sachsen bietet zurzeit keine weiteren allgemeinen Corona-Hilfsprogramme an. Spezielle Angebote – wie beispielsweise für Sportvereine – findet ihr bei der Sächsischen Aufbaubank.

Sachsen-Anhalt

  • Sachsen-Anhalt ZUKUNFT. Dieser Kredit richtet sich an kleine und Kleinstunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeiter.

Weitere Infos und Hilfen gibt es direkt bei der Landesregierung Sachsen-Anhalt.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es im Moment noch keine zusätzlichen Hilfsprogramme. Tipps und Infos für die Wirtschaft findet ihr jedoch bei der Landesregierung Schleswig-Holstein.

Thüringen

Der Freistaat Thüringen stellt Hilfen in Form von Krediten und Bürgschaften zur Verfügung. Eine Übersicht gibt es bei der Thüringer Aufbaubank.

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Stefan Sturm
Stefan ist Redakteur bei Jimdo und schreibt zu allen Themen rund um Website, Onlineshop und Selbstständigkeit.
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