GIFs erstellen: Wie das geht und worauf es dabei ankommt

GIFs erstellen
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Animierte GIFs begegnen uns im Internet auf Schritt und Tritt und sind aus der Social-Media-Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Im Online-Marketing können die Mini-Clips Emotionen in Sekundenschnelle auf den Punkt bringen und kleine Geschichten erzählen. Lest im Folgenden, welche Vorteile GIFs haben und wie ihr für eure Website eure eigenen GIFs erstellen könnt. 

Was ist ein GIF eigentlich?

GIF ist die Abkürzung für den englischen Begriff Graphics Interchange Format, zu Deutsch: Grafikaustausch-Format. Im Grunde sind GIFs Bilddateien genau wie JPGs oder PNG. Was das GIF-Format jedoch von diesen unterscheidet: Es handelt sich hierbei um bewegte Bilder.

Der Trick: Bei GIFs werden mehrere einzelne Bilder übereinandergelegt und in einer Datei abgespielt. So benötigen GIFs besonders wenig Speicherplatz.

Welche Vorteile die bewegten Bilder noch bieten:

  • GIFs entsprechen ziemlich gut der Aufmerksamkeitsspanne von ca. 8 Sekunden, mit der die meisten Menschen im Netz unterwegs sind.
  • Der Produktionsaufwand von einem GIF ist gegenüber einem Video deutlich geringer.
  • GIFs “funktionieren” auch ohne Ton.
  • GIFs sind ideal, um sie in den sozialen Netzwerken zu teilen: Facebook, Twitter oder WhatsApp unterstützen inzwischen alle das GIF-Format.

Einfach und direkt: Warum GIFs so gut funktionieren

GIFs gibt es bereits seit 1987, damit sind sie älter als das World Wide Web selbst. Mit den Bewegtbildern, eventuell ergänzt um einen kurzen Text oder Slogan, vermittelt ihr eure Message schnell und auf den Punkt. GIFs sind mit ihrem geringen Datenvolumen auch ideal, um sie auf mobilen Geräten in den sozialen Netzwerken einzusetzen.

Der entscheidende Vorteil: GIFs können noch besser als einzelne Bilder Emotionen abbilden und Geschichten erzählen. Dabei sind die bewegten Bilder auch gegenüber Texten deutlich im Vorteil: Wir Menschen verarbeiten 90 Prozent aller Reize visuell. Animierte Bilder wirken im Vergleich zu statischen Bildern außerdem dynamischer und erregen darum rascher die Aufmerksamkeit der Betrachtenden. Um die animierten Bilder zu erzeugen, braucht es kein Expert*innenwissen. In unserer Anleitung erfahrt ihr, wie ihr schnell und kostenlos eure eigenen GIFs erstellen könnt.

Schritt für Schritt: GIFs erstellen mit kostenlosen Tools

Im Internet finden sich unzählige Angebote zum Erstellen von GIFs. Neben Desktop-Programmen wie Adobe Photoshop oder GIMP gibt es auch zahlreiche Apps für das Smartphone, mit denen ihr unterwegs unkompliziert GIFs erstellen und direkt teilen könnt. Dabei habt ihr verschiedene Möglichkeiten: Ihr könnt ein bereits bestehendes Video in ein GIF umwandeln, mehrere Fotos zu einem animierten Bild zusammenfügen oder mit einem Screen Recorder ein GIF erzeugen. Wir erklären euch im Folgenden jede dieser Möglichkeiten und empfehlen euch ein paar kostenlose Tools.

1. Ein GIF aus einem Video erstellen

Mit wenigen Klicks könnt ihr aus einem YouTube-Video GIFs erstellen. Dazu bietet sich zum Beispiel die Website Giphy.com an. Der US-amerikanische Anbieter ist die weltgrößte GIF-Datenbank und kostenlos.

Und so funktioniert es:

  • Geht auf gyphy.com und klickt dort auf „Create.“
  • Dann gebt ihr die URL des YouTube-Videos ein, aus dem ihr das GIF erzeugen wollt (das Video sollte nicht länger als 15 Minuten sein).
  • Bestimmt den Startpunkt der Animation und legt die Länge eures GIF fest.
  • Optional könnt ihr es anschließend mit einem kurzen Text in verschiedenen Farben oder Schriftarten ausschmücken.
Screenshot Giphy Create

Mit Giphy Cam, der kostenlosen App für das Smartphone, bastelt ihr eure GIFs sogar bequem von unterwegs aus. Wenn ihr die GIFs längerfristig zu Marketingzwecken nutzen wollt, solltet ihr über einen Unternehmensaccount bei Giphy nachdenken. Den sogenannten „Brand Channel“ könnt ihr ganz einfach kostenlos auf der Website beantragen. Damit er verifiziert wird, müsst ihr fünf eigene kreative GIFs hochladen. Jedes von euch erzeugte GIF wird dann Teil der Giphy-Datenbank, sodass andere User es nutzen und verbreiten können.

2.  Ein GIF aus Bildern erstellen

Ein GIF, das aus mehreren übereinandergelegten Fotos besteht, könnt ihr ebenso einfach selbst erstellen. Kostenlose Programme wie Imgflip, Gifmaker, Any to GIF, Giphy oder Make A Gif gibt es zahlreiche im Netz. Am Beispiel von Imgflip führen wir euch kurz durch die einzelnen Schritte:

  • Geht auf imgflip.com/gif-maker
  • Dort könnt ihr unter den Optionen GIF aus Video oder mehreren Bildern erstellen wählen und wählt letztere.
  • Unter dem Button „Upload Images“ könnt ihr eure gewünschten Bilder hochladen und erhaltet eine Vorschau, die ihr anschließend anpassen könnt.
  • Unter „Delay“ verändert ihr die Anzeigedauer des GIFs, via „Height“ und „Width“ könnt ihr die Größe verändern. Unter „Add Text“ könnt ihr Text, unter „Draw“ Zeichnungen zu eurem GIF hinzufügen.
  • Wollt ihr einzelne Bilder im GIF in anderer Reihenfolge, zieht sie unter „Sort Images“ mit dem Mauszeiger an die gewünschte Position.
  • Seid ihr mit allen Einstellungen zufrieden, klickt ihr auf den blauen Button „Generate GIF“. Nachdem eurer GIF erstellt wurde, könnt ihr es herunterladen und in den sozialen Netzwerken teilen. 
Screenshot GIF Maker

Wenn ihr ein iPhone besitzt, könnt ihr noch leichter eigene GIFs erstellen. Über die bereits installierte Foto-App lassen sich selbst erstellte Live-Fotos oder Videos in ein GIF umwandeln. Der Effekt Endlosschleife macht aus mehreren Bildern eine sich automatisch wiederholende Sequenz, die ihr über den Teilen-Button ruckzuck an eure Follower schickt.

3. Ein GIF mit Screen Recorder erstellen

Ein Screen Recorder (zu Deutsch: Bildschirm-Aufzeichner) ermöglicht es euch, einen Ausschnitt eures Desktops aufzuzeichnen und als GIF zu speichern. Das bietet sich vor allem dann an, wenn ihr ein kleines Tutorial erstellen und beispielsweise die Funktion eines Programms oder einen Kauf- oder Download-Vorgang demonstrieren wollt. Kostenlose Screen-Recording-Programme sind zum Beispiel Open Broadcaster Studio, das viele YouTuber verwenden, GifCam, Giphy Capture, Captura und Monosnap.

Die folgende Anleitung bezieht sich auf das Tool Giphy Capture:

  • Startet die Screen-Recorder-Anwendung. In der Aufnahmemaske seht ihr, welcher Bildschirmbereich von der Software aufgenommen wird.
  • Zieht die Aufnahmemaske mit der Maus auf den Bereich des Desktops, den ihr aufnehmen wollt. Zum Vergrößern klickt ihr auf die gelb umrandete rechte Ecke der Maske und zieht den Bereich auf die gewünschte Größe.
  • Startet die Aufnahme eurer Bildschirmaktivitäten per Klick auf den roten Button in der Mitte und beendet sie durch Klicken auf ebendiesen Knopf. (Unterhalb des Balkens im Aufnahmebereich sollte nun das GIF im Miniformat auftauchen.)
  • Wenn ihr den Aufnahmebereich verkleinert, erscheint die Maske, wo ihr euer GIF anpassen könnt. Als Optionen könnt ihr unter anderem die Pixelgröße und die Bildrate ändern, das GIF zuschneiden sowie Bildunterschriften eingeben.
  • Wenn ihr alle gewünschten Änderungen vorgenommen habt, berechnet ihr mit „Calculate size“ die Größe eures GIFs (die Idealgröße liegt unter 3 MB).
  • Speichert das GIF auf eurem Computer oder ladet es direkt in der Giphy-Online-Datenbank hoch.
Screenshot Giphy

So bindet ihr GIFs ganz einfach in eure Website ein

Mit GIFs gestaltet ihr eure Website dynamischer und persönlicher. Die animierten Bilder können nicht nur Texte auflockern, sie führen auch dazu, dass User länger auf eurer Seite verweilen. Mit ihrem geringen Datenvolumen lassen sich GIFs praktisch in jede Website einbauen. Bei Homepage-Baukästen funktioniert das ganz einfach per Drag & Drop. 

Hier ein paar Ideen, wie ihr GIFs auf eurer Website verwenden könnt:

  • Gestaltet euer Logo als Corporate GIF im Header eurer Seite, um auf allen Unterseiten für Dynamik zu sorgen.
  • Macht euch den Storytelling-Aspekt der GIFs zunutze. Kurze Erklär-GIFs oder eine witzige Geschichte in wenigen Bildern schaffen nicht nur einen visuellen Anker zum reinen Text, sie bringen auch die Message des Produkts in aller Kürze auf den Punkt. Eine bekannte Make-up-Marke illustrierte ihr neues Mascara beispielsweise mit den Augen einer Comicfigur mit langen Wimpern, die die Augen aufschlägt.
  • Nicht zuletzt sorgen GIFs für Interaktion mit den Usern. Zum Download auf eurer Website freigegeben, können Nutzer*innen die GIFs beispielsweise auf Instagram teilen. So erreicht ein GIF eurer Marke oder eines eurer Produkte möglicherweise tausende Follower und bleibt in den sozialen Netzwerken im Umlauf.
  • Coca-Cola hat in seiner Werbekampagne „Taste the Feeling“ beispielsweise Websitenutzer*innen ermöglicht, Teile ihrer Anzeigen zu personalisieren. User konnten sich eigene Coca-Cola-GIFs basteln und diese mit individuellen Messages versehen auf ihren Social-Media-Accounts teilen.

Seid euch bei der Verwendung von GIFs jedoch immer bewusst, welche Zielgruppe ihr ansprechen wollt: Eine Treppenliftfirma teilte zum Beispiel einmal ein GIF in den sozialen Netzwerken mit dem Schauspieler Ryan Gosling. Die Montage war eine Anspielung auf den Film „Drive“. Nur dass Gosling im GIF der Firma auf einem Treppenlift umhersauste, statt mit einem schnittigen Auto. Ob die Zielgruppe von Treppenliften weiß, wer Ryan Gosling ist oder die Anspielung auf den Film verstanden hat, sei mal dahingestellt.

Mit GIFs erreicht ihr hauptsächlich ein junges Publikum, das die sozialen Netzwerke regelmäßig nutzt. Auf der Business-Website gilt für die Verwendung der animierten Bilder: Weniger ist mehr. Während ihr GIFs als Header, Buttons oder auch in euren Website-Blog einbinden könnt, sollten sie nicht im „Über uns“-Reiter, im Kontaktformular oder im Leistungsverzeichnis eures Unternehmens auftauchen.

Fazit: Setzt auf einzigartige GIFS

Nutzt für eure animierten Bilder am besten Material, an dem ihr selbst das Urheberrecht besitzt. Denn bei der Verwendung von Bildern oder Videos aus Filmen oder TV-Serien riskiert ihr schlimmstenfalls eine Abmahnung. Damit seid ihr nicht nur juristisch auf der sicheren Seite: Mit GIFs aus selbst produzierten Videos und Fotos macht ihr euch die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Internetuser zunutze, um eure Message direkt und unterhaltsam rüberzubringen. Einfach zu produzieren und wegen ihrer geringen Dateigröße leicht zu teilen, sind GIFs nicht nur ideal, um eure Website lebendiger zu gestalten, sondern auch, um in den sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook & Co. zu interagieren.

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