Ist es Zeit für ein Logo-Redesign?

Ein Designer arbeitet auf seinem Notizblock an seinem Logo-Redesign

Ein gutes Logo ist für viele Selbstständige etwas, das man irgendwann einmal haben möchte, aber erstmal nicht braucht. Doch dabei kann euch ein schlechtes oder gar kein Logo sogar Aufträge kosten.

Doch Moment! Ist ein Logo wirklich so wichtig? Und falls ja, wie kommt ihr an ein wirklich gutes, ohne dabei euer Budget zu sprengen? In diesem Artikel erklären wir euch, was ein gutes Logo ausmacht und präsentieren euch verschiedene Methoden der Logo-Erstellung. Außerdem erfahrt ihr hier, woran ihr erkennt, dass es Zeit für ein Logo-Redesign ist.

Warum ist ein modernes Logo wichtig für euer Business?

Mit einem guten Logo wirkt euer Business professionell und vertrauenswürdig. Neben eurem Unternehmensnamen ist es für gewöhnlich das Erste, was potenzielle Kunden sehen. Es ist Teil eurer Marke und wie eine individuelle Domain zeigt auch euer Logo, dass ihr es ernst mit eurem Business meint.

In nur einem kurzen Augenblick vermittelt euer Logo euren Kunden, dass ihr ebenso professionell wie eine große Firma seid und genauso in der Lage, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. So könnt ihr auch als lokales Unternehmen mit Playern wie Amazon mithalten.

Wie sollte ein Logo aufgebaut sein?

Die meisten von uns können hunderte von Logos mit nur einem kurzen Blick erkennen. Die erfolgreichsten davon haben diese fünf Eigenschaften gemeinsam:

  • Schlichtheit: Logos mit zu viel Text, zu vielen verschiedenen Farben oder grafischen Elementen sind nur schwer auf den ersten Blick zu erkennen. Darum bestehen die meisten Logos nur aus einer Handvoll Wörtern und/oder einem Bild oder Symbol.
  • Einprägsamkeit: Vielleicht können sich die Leute nicht an euren Namen erinnern, doch wahrscheinlich erinnern sie sich euer Logos und das Gefühl, dass sie damit assoziieren. Dadurch fällt es ihnen leichter, eure Arbeit an anderer Stelle wiederzuerkennen.
  • Zeitlosigkeit: Viele Logos sehen bereits nach ein paar Jahren veraltet aus. Deshalb überarbeiten selbst die bekanntesten Marken ihre Logos von Zeit zu Zeit. Dem Kern ihres Aussehens bleiben sie dabei jedoch treu.
  • Vielseitigkeit: Ein Logo soll möglichst überall einsetzbar sein. Daher sollte es farbig, schwarz-weiß, klein, groß, im Hoch- oder im Querformat funktionieren.
  • Angemessenheit: Spricht euer Logo auch wirklich eure Zielgruppe an? Passt es tatsächlich zu eurem Unternehmen? Immer wieder richten Unternehmen ihr Angebot neu aus und vergessen dabei, auch ihr Logo neu zu erfinden.

Wie bekommt man am besten ein Logo?

1. Logo Creator: Ein Logo Creator ist eine günstige Option, die ohne großen Aufwand funktioniert. Ihr gebt einfach den Namen eures Unternehmens und eure Branche in das Tool ein. Daraufhin bekommt werden euch passende Schriftarten, Farben und Symbole vorgeschlagen. Mit diesen Optionen könnt ihr herumspielen, bis ihr zufrieden seid. Zum Schluss könnt ihr euer Logo in verschiedenen Dateiformaten herunterladen – passend für eure Website, euren Social-Media-Auftritt, für farbige und dunkle Hintergründe etc.

  • Pro: Günstig, schnell und einfach. Ein Logo Creator ist vor allem dann die richtige Wahl, wenn ihr euer Logo online einsetzen wollt. Oder auf kleinen Druckerzeugnissen wie zum Beispiel einer Visitenkarte.
  • Kontra: Eure Möglichkeiten sind durch die Vorgaben des Logo Creators eingeschränkt. Außerdem müsst ihr ohne die Unterstützung eines professionellen Designers auskommen.

2. Design Wettbewerbe: Auf Plattformen wie 99designs oder DesignonClick, konkurrieren Designer auf der ganzen Welt darum, euer Logo zu gestalten. Sucht euch einfach das Design aus, das euch am meisten zusagt, und finalisiert es in direktem Austausch mit dem Designer. Dieser Prozess ist aufwendiger und teurer mit einer Preisspanne zwischen ein paar hundert und ein paar tausend Euro. Das hängt ganz davon ab, welches Kaliber von Designer ihr beauftragen wollt.

  • Pro: Ihr profitiert vom Know-how eines professionellen Designers zu einem relativ günstigen Preis. Zudem bekommt ihr all die Dateien, die ihr benötigt.
  • Kontra: Die Auswahl ist groß und die Qualität schwankt deutlich. Trotzdem liegen die Preise immer noch bei mehreren hundert Euro.

3. Klassischer Designer: Solltet ihr das nötige Kleingeld haben, dann ist die Zusammenarbeit mit einem professionellen Designer stets die beste Methode, um ein wirklich einzigartiges Logo zu bekommen. Das dauert länger, doch ihr bekommt eine komplette Markenidentität inklusive mehrerer Designs und aller Dateiformate, die ihr benötigt. Die Arbeit mit einem Designer kann sich sehr lohnen, doch aufgrund der hohen Kosten, eignet sie sich meist eher für Unternehmen, die genau wissen, was sie wollen.

  • Pro: Ihr bekommt eine vollständige und einzigartige visuelle Markenidentität.
  • Kontra: Die Kosten. Das Geld solltet ihr nur investieren, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr das Logo über mehrere Jahre nutzen wollt. Zudem bekommt ihr von eurem Designer nur eine kleine Anzahl an Vorschlägen. Das kann problematisch sein, wenn ihr nicht genau wisst, was ihr wollt.

Welche Logo-Farben passen zu mir?

In welchen Farben euer Logo erstrahlt, sollte nicht nur von euren persönlichen Vorlieben abhängen. Denn Farben haben ganz bestimmte psychologische Effekte, die ihre euch zunutze machen könnt. Deswegen haben wir hier für euch einen kleinen Crash-Kurs in Farbpsychologie zusammengestellt:

  • Rot: Rot steht für Liebe, Leidenschaft und rote Ampeln. Also für hauptsächlich für Dinge, die uns erregen bzw. aufregen. Diese emotionale Spannung macht Logos in roter Farbe besonders ausdrucksstark.
  • Orange: Für die einen frisch und verspielt, für die anderen ein Warnsignal. Nicht ganz so energiegeladen wie Rot und nicht so fröhlich wie Gelb. Orange lässt sich nur schwer zuordnenden und ist daher eine gute Wahl für alle, die abseits ausgetretener Pfade wandeln.
  • Gelb: Strahlend wie die Sonne, frische wie eine Zitrone. Gelb steht für gute Laune und ist daher ideal für alle, die jung und dynamisch wirken wollen.
  • Grün: Nichts ist so bio, so öko und so Natur wie Grün. Doch eben nicht nur. Grün ist auch die Farbe der Hoffnung und generell vielseitig nutzbar.
  • Blau: Blau beruhigt, wirkt erhaben und schafft Vertrauen. Gutes altes Blau. Eine Farbe, auf die ihr euch verlassen könnt.
  • Lila: Luxuriös, kreativ und geheimnisvoll – Lila ist eine edle Farbe für edle Produkte.
  • Pink: Nichts steht so für mädchenhaft wie Pink. Trotzdem wirkt die Farbe in verschiedenen Schattierungen auch modern, jugendlich und energiegeladen. Stichwort: Magenta.
  • Braun: Diese Farbe ist rau, erdig und steht für das große Draußen. Sie ist daher vor allem im Outdoor beliebt. Oder bei Produkten derselben Farbe wie Kaffee oder Schokolade.
  • Grau: Grau wirkt unaufdringlich und elegant. Daher eignet sie sich für Logos, die seriös und professionell daherkommen möchten.
  • Schwarz: Luxuriös, seriös und zeitlos. Schwarz geht immer. Doch Vorsicht: Zu viel davon kann schnell überwältigend wirken und andere Logo-Farben erschlagen.
  • Weiß: Weiß ist neutral und wird daher oft eingesetzt, um andere Farben zur Geltung zu bringen. Oder andere Farben bringen das Weiß zur Geltung. Doch wie dem auch sei, Weiß braucht immer eine andere Farbe um zu funktionieren.

Die Wirkung mancher Farben mag universell sein, doch das gilt nicht für alle. Viele Effekte unterscheiden sich von Kultur zu Kultur. Während Weiß in Europa meist für Unschuld und Reinheit steht, wird die Farbe in Ostasien oft mit Tod und Trauer in Verbindung gebracht. Überlegt euch daher, in welchen Zielmärkten ihr euer Logo nutzen wollt und führt eine passende Recherche durch.

Welche Logo-Dateiformate brauche ich?

Unabhängig davon, wie ihr eurer Logo erstellen lasst – stellt auf jeden Fall sicher, dass ihr am Ende folgende Versionen und Dateiformate bekommt:

  • Kleine und große PNG-Version mit transparentem Hintergrund.
  • Ein komplett farbige Version (Ist euer Logo sehr bunt, solltet ihr sicherstellen, dass man es bei Schwarzweiß-Druck immer noch gut erkennen kann).
  • Eine komplett weiße Version, die sich für dunkle Hintergründen eignet.
  • Eine SVG-Version, die sich ohne Qualitätsverlust skalieren lässt.
  • Und als kleines Extra: eine Version mit einem kleinen Symbol oder einem Initital, die ihr als Favicon für eure Website nutzen könnt.

Welche Logo-Größen brauche ich für welchen Zweck?

Wie viele Pixel euer Logo abmessen soll, hängt ganz von seinem Einsatzort und -zweck ab. Die ideale Bildgröße gibt es dabei nicht, allerdings gibt es ein paar Richtwerte, an denen ihr euch orientieren könnt. 

Für ein Favicon empfehlen wir beispielsweise 32 x 32 Pixel. Für die Logo-Größe auf eurer Website lässt sich aber nur schwer eine Empfehlung abgeben. Denn letztlich kommt es darauf an, wo genau ihr das Logo platziert und wie groß es zu sehen ist. Ein Mindestmaß von 160 x 160 Pixeln bei einem quadratischen Logo und 250 x 150 für ein horizontales, sollten es aber sein.

Logo-Größen für Social Media

Facebook

  • Profilbild: 180 x 180 Pixel
  • Cover: 820 x 312 Pixel
  • Link: 1200 x 628 Pixel

Instagram

  • Profilbild: 110 x 110 Pixel
  • Thumbnail: 161 x 161 Pixel
  • Quadratischer Post: 1080 x 1080 Pixel
  • Horizontaler Post: 1080 x 566 Pixel
  • Hochkant-Post: 1080 x 1350 Pixel
  • Stories: 1080 x 1920 Pixel

Twitter

  • Profilbild: 400 x 400 Pixel
  • Coverbild: 1500 x 500 Pixel
  • Bilder im Feed: 440 x 220 Pixel bis 1024 x 512 Pixel

Youtube

  • Profilbild: 800 x 800 Pixel
  • Thumbnail: 1280 x 720 Pixel
  • Kanalbild: 2560 x 1440 Pixel

LinkedIn

  • Profilbild: 400 x 400 Pixel
  • Hintergrund: 1584 x 396 Pixel

Logo Dos und Don’ts – und 11 Anzeichen, dass ihr ein Logo-Redesign benötigt

Euer Logo soll euer Business widerspiegeln. Es repräsentiert euren Blick fürs Detail, eure Professionalität und es zeigt euren Kunden, ob ihr up-to-date oder in der Vergangenheit steckengeblieben seid.

Treffen einer oder gleich mehrere der folgenden Punkte auch auf euer Logo zu? Dann ist es wahrscheinlich Zeit für ein Update:

  1. Es beinhaltet uralte Clipart.
  2. Es nutzt alte Microsoft-Text-Effekte wie Prägung, 3D, starke Schatten oder Reflexionen.
  3. Die Schriftart oder die Farben machen es schwer lesbar.
  4. Es enthält drei oder mehr Schriftarten.
  5. Die Kanten sind pixelig oder unscharf.
  6. Die Größe lässt sich schlecht anpassen – beim Vergrößern verpixelt es oder es wird beim Verkleinern unlesbar.
  7. Es ist sehr lang oder sehr hoch und lässt sich daher nicht überall einsetzen.
  8. Ihr habt keine Farb- oder Schwarzweiß-Version davon.
  9. Es hat keinen transparenten Hintergrund.
  10. Ihr habt nur eine einzige JPG-Datei davon.
  11. Im Vergleich zu den Logos eurer Konkurrenten sieht es veraltet aus.

Tipp: Nutzt PNG anstatt JPG für euer Logo. JPG-Dateien eigenen sich zwar besonders gut für Fotos, PNGs sind jedoch die bessere Wahl für Grafikdateien wie euer Logo. Auch beim Hineinzoomen bleiben die Umrisse scharf und außerdem werden transparente Hintergründe unterstützt. Habt ihr euer Logo nur als JPG-Datei, könnt ihr es nicht so einfach überall einsetzen. Hier erfahrt ihr mehr darüber, wie ihr Bilder für eure Website optimieren könnt.

Wo könnt ihr euer Logo einsetzen?

Habt ihr erst einmal ein schickes Logo, ist es Zeit, es auch zu nutzen!

  • Fügt es gut sichtbar auf euer Startseite oder in der Navigationsleiste ein
  • Aktualisiert die Profilbilder eurer Social-Media-Profile
  • Nutzt es auf euren Visitenkarten, Plakaten, Ständen etc.
  • Aktualisiert eure Einträge auf verschiedenen Online-Auftritten (geht ganz schnell mit den Brancheneinträgen)
  • Verwendet es als Wasserzeichen auf euren Fotos und Infografiken
  • Fügt es als Favicon in eurer Website ein
  • Stellt es zum Download als Teil eurer Pressemappe zur Verfügung
  • Erstellt daraus ein Farbschema für eure Website. Jimdo empfiehlt euch automatisch die Farben, die am besten zu eurem Logo passen. 

Als Faustregel gilt: Euer Logo sollte nur einmal pro Medium auftauchen. So erzielt ihr die größte Wirkung. Verteilt ihr euer Logo überall auf eurer Startseite, wirkt das wesentlich unprofessioneller, als wenn ihr es einmal ganz am Anfang einfügt. 

Habt ihr euer Unternehmen gerade erst gegründet, dann eignet sich euer Logo besonders gut dazu, euch von etablierten Konkurrenten abzusetzen. Und auch wenn es euer Business bereits eine Weile gibt, ist euer Logo möglicherweise bereit für ein Update. Zum Glück geht das auch, ohne das ihr ein Vermögen dafür ausgeben müsst. Legt also heute noch los!

Maggie Biroscak
Maggie ist Editor bei Jimdo. Vor ihrer Arbeit für den Webseiten-Baukasten war sie redaktionell für Organisationen im Bereich Umwelt, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit tätig. Neben dem Schreiben verbringt sie ihre Zeit am liebsten beim Camping, Kochen oder Lesen von Wissenschaftsmagazinen.