Kunden über Instagram gewinnen: Was wirklich zählt



Du postest. Es gibt Likes. Es gibt sogar Kommentare. Aber Anfragen kommen keine.
Das ist der häufigste Punkt, an dem Selbstständige aufgeben. Und meistens liegt es nicht am Content. Wenn du Kunden über Instagram gewinnen willst, entscheiden die Reichweite und der Weg von deinem Beitrag zu deinem Angebot. Dieser Weg ist bei den meisten Profilen unterbrochen.
Kurze Antwort: Zwischen einem Reel und einer Anfrage liegen mindestens 3 Klicks: dein Profil, dein Link, dein Formular. Reichweite bringt nur dann Kunden, wenn jeder dieser 3 Schritte klar ist. Der Feed auf Instagram kann nicht verlinken, deshalb tragen Storys, dein Profil-Link und Highlights fast die gesamte Arbeit. Nur verschwinden Storys nach 24 Stunden.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Feed verlinkt nicht. Nur Storys, dein Profil und Anzeigen können einen klickbaren Link tragen.
- Dein Bio-Link ist der Engpass. Führt er auf eine Startseite, verlierst du die meisten Klicks dort.
- Maximal 3 bis 4 Ziele auf der Seite hinter dem Link. Mehr Auswahl bedeutet weniger Entscheidungen.
- 1-2 Beiträge pro Woche plus 1 Story-Abfolge mit Link ist ein realistischer Rhythmus für kleine Unternehmen.
- Kalte Werbe-DMs sind in Deutschland unzulässig. Das ist kein Stilproblem, sondern ein Rechtsrisiko.
- Geschäftliche Profile brauchen ein Impressum. Ein Link in der Bio auf das Impressum deiner Website genügt.
- Und der Weg funktioniert auch umgekehrt: Verlink dein Instagram-Profil auf deiner Website und in deiner E-Mail-Signatur.
Warum Reichweite allein keine Kunden bringt
Reichweite und Anfragen sind zwei verschiedene Zahlen. Ein Reel mit 5.000 Aufrufen kann 0 Anfragen bringen, ein Beitrag mit 300 Aufrufen 3 Anfragen. Der Unterschied liegt fast immer im Weg zum Angebot.
Rechne einmal mit: Von 1.000 Menschen, die dein Reel sehen, tippen vielleicht 30 auf dein Profil. Von diesen 30 tippen vielleicht 5 auf deinen Link. Und wenn dieser Link auf eine Startseite ohne klares Angebot führt, bleibt am Ende niemand übrig.
Das ist der Grund, warum mehr Content oft nicht hilft. Du füllst oben mehr rein, aber das Loch in der Mitte bleibt.
Welches Instagram-Format wofür?
Instagram hat mehrere Formate, und jedes hat eine andere Aufgabe. Wenn du sie strategisch nach Aufgabe auswählst, brauchst du weniger Beiträge für dasselbe Ergebnis.
Neue Leute erreichen: Reels und Karussells. Reels werden auch Menschen gezeigt, die dir noch nicht folgen. Sie sind dein Reichweiten-Format. Karussells erklären etwas Schritt für Schritt und werden tendenziell eher gespeichert, also später wieder aufgerufen. Beides bringt neue Menschen auf dein Profil.
Follower:innen aktivieren: Fotos und Storys. Ein Feed-Beitrag bleibt stehen und trägt Angebote, Ergebnisse und Ankündigungen. Storys verschwinden nach 24 Stunden, schaffen dafür Nähe, und sie sind das einzige organische Format, das direkt verlinken kann. Deshalb laufen fast alle Klicks über die Story, jedoch wird dieses Format nur an deine Follower ausgespielt.
Treue Fans binden: Live und Kanäle. Ein Live beantwortet Fragen in Echtzeit und braucht kein Skript. Ein Broadcast-Kanal erreicht die Menschen, die von dir hören wollen, ohne Algorithmus dazwischen. Beides ist Kür, nicht Pflicht.
Für den Anfang reichen zwei Formate: 1 Reel oder Karussell für die Reichweite, 1 Story-Abfolge mit Link für die Klicks.

Kunden über Instagram gewinnen: der Weg von der Aufmerksamkeit zur Anfrage
Drei Schritte, in dieser Reihenfolge. Schritt 1 richtest du einmal ein, Schritt 2 und 3 wiederholst du.
Schritt 1: Der Link in deiner Bio
Der Link in deinem Profil ist der einzige dauerhaft klickbare Weg von Instagram zu deinem Angebot. Er verdient mehr Aufmerksamkeit, als er meistens bekommt.
Was die Seite hinter dem Link leisten muss:
- Maximal 3 bis 4 Ziele. Bei 8 Buttons entscheidet sich niemand.
- Klare Beschriftung. Nicht „Website“, sondern „Erstgespräch anfragen“ oder „Preise ansehen“.
- Anfragbar direkt auf der Seite. Jeder Umweg über DMs kostet dich Anfragen und Zeit.
- In 2 Minuten änderbar, wenn dein Angebot sich ändert.
- Ein der Links muss in Deutschland die Verlinkung auf dein Impressum sein
Und wichtig in Deutschland: Geschäftlich genutzte Profile brauchen ein Impressum. Also achte darauf, dass dein Impressum auch von deine Link in Bio aus erreichbar ist.
Mit Jimdo Flows kannst du kostenlos deine Bio erstellen und Links hinterlegen sowie Termine online buchen und bezahlen lassen – ganz ohne eigene Website.
Schritt 2: Die Story mit Link-Sticker
Storys sind das einzige organische Format, das direkt verlinken kann. Deshalb sind sie dein wichtigster Weg zu Klicks, jedoch verschwinden sie nach 24-Stunden.
Eine Abfolge aus 3 Stories funktioniert zuverlässig:
- Das Problem ansprechen, das du löst. Ein Satz.
- Deine Lösung zeigen. Ein Bild von deiner Arbeit oder ein kurzes Video.
- Konkret werden, mit Link-Sticker auf deine Seite oder Buchungstool.
Zwei Details, die den Unterschied machen: Setz den Link-Sticker nicht ganz unten hin, dort wird er beim Wischen oft übersehen. Und schreib auf den Sticker, was passiert, wenn man tippt. „Termine ansehen“ wird häufiger getippt als „Link“. Speichere das Ganze dann in einem Highlight auf deinem Profil.
Das Format, das die meisten vergessen, sind Highlights. Eine Story ist nach 24 Stunden weg, ein Highlight bleibt oben in deinem Profil stehen. Leg 3 an, klar benannt:
- Angebote oder Leistungen
- Preise oder Ablauf
- Ergebnisse oder Kund:innenstimmen
Schritt 3: Feed, Reel und Highlight
Der Feed ist dein Archiv. Nutze ihn für das, was länger gelten soll: dein Angebot, ein Ergebnis, ein Vorher-Nachher. Und schreib im Text ausdrücklich, dass die Links in deiner Bio stehen.
So findet jemand, der morgen zum ersten Mal auf dein Profil kommt oder ein Reel von dir entdeckt, dein Angebot mit einem Klick. Ohne dass du etwas Neues posten musst.
Wiederholen schlägt neu erfinden
Der teuerste Fehler ist der Versuch, jeden Tag etwas Neues zu erfinden. Das schafft niemand, der nebenbei ein Geschäft führt.
Schau stattdessen in deine Instagram Insights: Welcher Beitrag hat die meisten Profilbesuche gebracht? Nicht die meisten Likes, sondern die meisten Profilbesuche. Genau diesen Beitrag machst du nochmal. Gleiches Format, etwas abgeänderter Inhalt.
Als Richtwert für kleine Unternehmen: 1 Beitrag pro Woche, dauerhaft, plus 1 Story-Abfolge mit Link. Das ist weniger, als die meisten Ratgeber empfehlen, und mehr, als die meisten tatsächlich schaffen.
Zwei Dinge, die dich Geld kosten können
Zwei Themen, die in Taktik-Artikeln selten auftauchen und beide teuer werden können.
Kalte DMs sind in Deutschland unzulässig
Viele Instagram-Ratgeber empfehlen, potenzielle Kund:innen direkt anzuschreiben. In Deutschland ist das riskant.
Das OLG Hamm hat 2023 entschieden, dass Werbe-Direktnachrichten über soziale Netzwerke und Messenger als elektronische Post im Sinne von § 7 UWG gelten. Ohne ausdrückliche Einwilligung des Empfängers sind sie unzulässig. Eine stillschweigende Einwilligung, etwa weil jemand seine Kontaktdaten öffentlich zeigt, reicht laut dem Gericht nicht aus.
Praktisch heißt das: Antworte auf Nachrichten, die zu dir kommen. Schreib niemanden ungefragt zu Werbezwecken an. Das ist keine Rechtsberatung, aber es ist der Grund, warum du deine Energie besser in den Link und die Story steckst als DMs zum verschicken..
Musikrechte: die falsche Bibliothek ist teuer
Hier verwechseln fast alle zwei Dinge. Die allgemeine Sound Library in Instagram ist nur für private Konten ohne kommerzielle Absicht freigegeben. Sobald du etwas verkaufst oder bewirbst, gilt dein Inhalt als kommerziell, egal ob ein privates oder Business Konto hast.
Für Unternehmensinhalte nimm die Meta Sound Collection. Sie ist explizit für kommerzielle Nutzung freigegeben und liegt im Reel-Editor unter Musik. Bekannte Songs sind auch in kurzen Ausschnitten nicht erlaubt. Lizenzfreie Alternativen sind Pixabay Music und Epidemic Sound.
Fazit: die Mechanik vor dem Content
Kunden über Instagram gewinnen ist selten eine Frage von mehr Beiträgen. Es ist eine Frage davon, ob der Weg von der Aufmerksamkeit zur Anfrage einfach und klar ist.
Drei Dinge tragen diesen Weg: ein Link, der auf ein klares Angebot führt. Eine Story, die auf diesen Link zeigt. Ein Highlight, das beides überlebt.
Wenn dein Bio-Link gerade nirgendwohin führt, ist das der Schritt, der die anderen erst wirksam macht: eine Link in Bio Page einrichten und den Link ins Profil setzen.
Du bist noch unsicher, ob Instagram für dein Geschäft überhaupt der richtige Kanal ist? Dann fang eine Stufe früher an: Brauche ich Social Media für mein Business?
Häufige Fragen
Wie gewinne ich als Selbstständige:r Kunden über Instagram?
Über einen vollständigen Weg von der Aufmerksamkeit zum Angebot. Dafür brauchst du 3 Dinge: eine Seite hinter deinem Bio-Link mit maximal 3 bis 4 klaren Zielen, regelmäßige Stories mit Link-Sticker, und Highlights, in denen dein Angebot dauerhaft sichtbar bleibt. Reichweite ohne diesen Weg bringt keine Anfragen.
Warum bringt mein Instagram-Account keine Anfragen, obwohl ich Follower habe?
Meist liegt es am Weg, nicht am Inhalt. Typische Ursachen: der Bio-Link führt auf eine Startseite ohne klares Angebot, es gibt keine Stories mit Link-Sticker, oder im Feed-Text steht nicht, dass der Link im Profil ist. Prüfe diese 3 Punkte, bevor du mehr postest.
Was gehört in meine Instagram-Bio?
Vier Dinge. Erstens das Namensfeld, also die fette Zeile über deiner Bio: dort gehört hin, was du machst und wo, denn dieses Feld wird bei der Instagram-Suche mitgelesen. Zweitens eine Bio-Zeile mit einem Satz dazu, für wen du da bist und was sie bei dir bekommen, in den Worten, die deine Kund:innen wirklich benutzen. „Business Coaching“ sucht jemand, „ganzheitliche Transformationsbegleitung“ nicht. Drittens dein Link, mit einer kurzen Zeile darüber, was Leute dort finden. Und viertens, wenn du das Profil geschäftlich nutzt, ein erreichbares Impressum.
Kann man im Instagram-Feed einen Link setzen?
Nein. Beiträge im Feed und Reels können keinen klickbaren Link enthalten. Klickbar sind der Link in deinem Profil, Link-Sticker in Stories und bezahlte Anzeigen. Deshalb verweist du im Feed-Text auf den Link im Profil und nutzt Stories für direkte Klicks.
Darf ich potenzielle Kund:innen auf Instagram per DM anschreiben?
Ohne ausdrückliche Einwilligung ist das in Deutschland unzulässig. Das OLG Hamm hat 2023 entschieden, dass Werbe-Direktnachrichten über soziale Netzwerke als elektronische Post nach § 7 UWG gelten. Antworte auf Anfragen, die zu dir kommen, und verzichte auf Kaltakquise per DM. Bei konkreten Fragen hilft eine anwaltliche Einschätzung.
Welche Musik darf ich in Reels für mein Unternehmen nutzen?
Die Meta Sound Collection ist explizit für kommerzielle Nutzung freigegeben und im Reel-Editor unter Musik zu finden. Die allgemeine Sound Library ist nur für private Konten ohne kommerzielle Absicht gedacht. Bekannte Songs sind auch in kurzen Ausschnitten nicht erlaubt.
Wie oft muss ich posten, um über Instagram Kunden zu gewinnen?
Als Richtwert 1 Beitrag pro Woche plus 1 Story-Abfolge mit Link. Wichtiger als die Menge ist, dass du es dauerhaft schaffst. Ein Profil mit 1 verlässlichen Beitrag pro Woche bringt mehr Anfragen als eine intensive Woche, auf die 2 Monate Stille folgen.
Was gehört in meine Instagram-Highlights?
3 Highlights reichen: Angebote oder Leistungen, Preise oder Ablauf, Ergebnisse oder Kund:innenstimmen. Damit findet jemand, der zum ersten Mal auf dein Profil kommt, dein Angebot sofort, ohne dass du dafür etwas Neues posten musst.
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