“Ich wollte meine Energie einem Projekt mit Sinn widmen”

Gründerin Annika mit ihrem Unternehmen Bonda
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Annika ist der Kopf von und vor allem das Herz hinter Bonda Naturkosmetik. Im Interview hat sie uns erzählt, wie sie mit ihrem Herzensprojekt Frauen-Empowerment in Lateinamerika unterstützt – und von ihrem gegensätzlichen Karriereweg zuvor. 

Business-Steckbrief: Bonda

  • Location: Hamburg
  • Branche/Produkt: Naturkosmetik
  • Wer steckt dahinter: Lateinamerika-Liebhaberin Annika
  • Gründungsjahr: 2019
  • Eine Sache, auf die ich besonders stolz bin: Einfach mal den Job im Großkonzern an den Nagel gehängt & ein Unternehmen gegründet zu haben
  • Website: www.wearebonda.com

Hallo Annika. Du hast früher im Marketing bei Amazon gearbeitet. Heute bist du mit deiner eigenen Marke für nachhaltige und umweltschonende Kosmetik selbstständig. Viel gegensätzlicher geht es wohl kaum. 

Das stimmt gewissermaßen. Dennoch hat mir die Arbeit Spaß gemacht und ich hatte ein tolles Team. Allerdings fühlte ich mich nie ganz ausgefüllt. Mir fehlte Sinn und Purpose in meiner Aufgabe.  

Daher hast du dich mit deiner eigenen Marke für Pflegeprodukte selbstständig gemacht. 

Genau. Gemeinsam mit einem Freund von mir, der mal bei einer großen Kosmetikfirma gearbeitet hat, haben wir die Idee für Bonda entwickelt.

Erzähl mal, was genau steckt denn hinter Bonda? 

Unsere Produkte sind zertifizierte Naturpflegeprodukte für den Alltag. Wir legen sehr viel Wert auf einen umweltschonenden und nachhaltigen Herstellungsprozess. Da dies aber mittlerweile bereits einige Kosmetikfirmen machen, wollten wir gerne noch einen Schritt weiter gehen. 

Alle Produkte von Bonda sind zertifizierte Naturkosmetik.

Und wie sah dieser Schritt aus? 

Ich habe Bonda mit der Mission gestartet, einen positiven Einfluss leisten zu können. Neben dem Aspekt der Nachhaltigkeit wollte ich aber gleichzeitig auch einen direkten und sichtbaren gesellschaftlichen Impact ausüben. Ich hatte schon immer einen Hang zu Lateinamerika und las damals viel über die Gewalt an Frauen speziell in Guatemala – hier wollte ich die Unterstützung von Bonda ansetzen. 

Wie bist du das dann angegangen?

Ich habe meinen Job gekündigt und bin im Herbst 2019 erstmal für ein paar Monate nach Guatemala gereist. Dort habe ich viele Organisationen besucht und mit Betroffenen gesprochen. Beispielsweise mit Frauen wie María: Sie verkauft selbstgemachte Marmeladen und eingelegte Früchte auf lokalen Märkten. Gleichzeitig ist sie Teil einer Organisation, die Frauen dabei unterstützt, ihr eigenes kleines Business aufzubauen. 

Und wie kommt Bonda da ins Spiel?

Wir unterstützen die Organisation “Fundación Sobrevivientes” finanziell. Die NGO bietet psychologische und rechtliche Hilfe für Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Auch Weiterbildungsprogramme sind Teil des Programms, beispielsweise Kerzen- und Seifen-Workshops. Durch den Verkauf unserer Produkte sammeln wir Geld, wodurch diese Angebote finanziert werden können.  

Wie genau hilft das den Frauen vor Ort?

Die meisten Frauen die wir unterstützen, sind Opfer häuslicher Gewalt. Sie können dieser nicht entfliehen, da sie finanziell von ihren Männern abhängig sind. Durch die Workshops sollen sie wieder mehr Selbstbewusstsein bekommen und die Möglichkeit, etwas Eigenes aufzubauen. 

Stichwort “etwas Eigenes aufbauen”. Woher hast du den Mut genommen, mit Bonda etwas ganz Neues und dir Unbekanntes zu starten? 

Ich habe bei meinem Job bei Amazon von Anfang an viel Verantwortung übernehmen müssen. Auch für Bereiche, von denen ich anfangs gar keine Ahnung hatte. Dieser permanente Sprung ins kalte Wasser hat mir gezeigt, wozu ich alles fähig bin. Und mir letztendlich auch dabei geholfen, mein Herzensprojekt zu starten. 

Naturkosmetik für den Alltag: Ohne viel Schnick Schnack, nachhaltig und umweltbewusst.

Wenn du deine vorherigen Jobs mit deinem jetzigen Projekt vergleichst: Was macht den Unterschied aus? 

Das Herzblut, was in Bonda steckt. Mein eigenes, aber auch das der Gemeinschaft. Man spürt einfach, dass es nicht der Profit ist, der Bonda antreibt. Sondern die Mission dahinter. Das liebe ich daran.  

Wie äußert sich das?

Ich bekomme häufig das Feedback von meinen Kunden*innen, dass sie Bonda wegen der Produkte an sich, aber vor allem auch aufgrund der Idee dahinter, kaufen. Das spiegelt sich auch in der allgemeinen Hilfsbereitschaft wider, die ich erfahre. Letztens erst hat ein Start-up einen Imagefilm für mich gedreht. Umsonst. Einfach, weil sie Bonda und die Mission so toll fanden. Dieser Zusammenhalt macht es für mich aus. 

Wo soll es noch für Bonda hingehen?

Ich möchte den Impact von Bonda gerne noch deutlich steigern. Als Kleinstunternehmerin ist das aber gar nicht so einfach. Zum Beispiel würde ich meine Verpackungen gerne noch nachhaltiger gestalten. Es gibt Zuckerrohrplastik, was dafür perfekt wäre – die Abnahmemengen fangen häufig aber erst ab 10.000 Stück an. Und auch die finanzielle Unterstützung der NGOs möchte ich noch verstärken. Dafür muss die Bonda Community weiter wachsen. Aber wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel. 

Wir freuen uns, Annika dabei unterstützen zu dürfen.


Weitere Details zur Mission von Bonda und natürlich den Produkten, findet ihr auf Annikas Website und auf ihrem Instagram-Account. Schaut doch mal rein!

Katharina Mühe
Katharina ist Content Creator bei Jimdo und immer auf der Suche nach inspirierenden Geschichten von Menschen, die für ihre Leidenschaft brennen. In ihrer Freizeit kocht sie gerne, ist viel mit Freunden oder in der Natur unterwegs.
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