So baut ihr mithilfe von LinkedIn euer Online-Netzwerk auf

Eine junge Selbstständige macht sich Notizen und bereitet sich darauf vor, auf LinkedIn zu netzwerken

Online netzwerken eignet sich hervorrgend dazu, euch einen Namen zu machen und Interesse für euer Business zu wecken. Ihr lernt andere Unternehmer kennen, baut Connections auf und trefft womöglich sogar neue Kunden. Und all das von den eigenen vier Wänden aus!

In diesem Post dreht sich alles um netzwerken via LinkedIn. Das Netzwerk gehört zu den besten Anlaufstellen für Selbstständige und kleine Unternehmen und zählt zu den essenziellen Online-Tools, die jeder Freelancer kennen sollte. Wir zeigen euch, wie ihr trotz abgesagter Treffen im echten Leben dennoch euer Netzwerk ausbauen könnt.

Der Schritt-für-Schritt-Guide für erfolgreiches Netzwerken auf LinkedIn

Was ist eigentlich das Besondere an LinkedIn? Egal ob ihr angestellt oder selbstständig seid, LinkedIn ist der ideale Ort, um beruflich weiterzukommen. Am besten lässt sich das Netzwerk als eine Art Facebook für Unternehmen beschreiben. Die Mitglieder tauschen sich auf professioneller Ebene aus, teilen verschiedene Inhalte miteinander und posten Stellenanzeigen. Das macht LinkedIn zur perfekten Ergänzung zu euer Firmenhomepage oder eurer Freelancer-Website. Denn wie sagt man so schön: “Man muss nur die richtigen Leute kennen.”

Ihr wollt euer berufliches Netzwerk ausbauen, mehr Kunden finden und euren Umsatz steigern? Dann befolgt einfach die folgenden Schritte. 

1. Erstellt euer LinkedIn-Profil

Zu den wichtigsten Bestandteilen eures Profils gehören ein professionelles Porträtfoto von euch – bitte keine Spiegel-Selfies! – eine eindeutige Überschrift und eine ansprechende Kurzbiografie, die eure Leser fesselt und sie über euch und euer Angebot informiert. Euer Profil sollte eine Art Elevator Pitch sein, der das Interesse anderer an euch weckt.

Egal ob ihr neu bei LinkedIn seid oder euer altes Profil wiederbeleben wollt – LinkedIn hat auf der eigenen Seite ein paar hilfreiche Tipps für ein professionelles Profil zusammengestellt.

Screenshot der Anmeldemaske von LinkedIn

2. Baut Schritt für Schritt euer Netzwerk auf

LinkedIn funktioniert ähnlich wie Facebook, außer dass ihr keine Freundschaftsanfragen versendet, sondern euch mit anderen “vernetzt”. Nachdem ihr euer Konto erstellt habt, schlägt euch LinkedIn mehrere Personen vor, die ihr bereits kennen könntet – von ehemaligen Kollegen bis zu alten Schulfreunden.

Euch mit diesen Leuten zu vernetzen, ist ein guter Startpunkt. Denn je mehr Personen sich in eurem Netzwerk befinden, desto mehr Profile von Mitgliedern könnt ihr sehen. Und falls euch jemand ins Auge fällt, der sich als Kunde oder für eine Zusammenarbeit eignet: Andere Mitglieder sind eher dazu bereit, sich mit euch zu vernetzen, wenn ihr bereits einige Kontakte gemeinsam habt.

3. Schreibt persönliche Kontaktanfragen – immer!

Jedes Mal, wenn ihr ein Profil besucht und auf “Vernetzen” klickt, erscheint ein Fenster mit der Frage, ob ihr eurer Einladung eine persönliche Nachricht hinzufügen wollt. Macht das auf jeden Fall! Denn leider tummeln sich auf LinkedIn auch einige schamlose Vertriebler und Spammer, die alles und jeden anschreiben. Eine persönliche Nachricht ist eure Chance, euch von diesen Nervensägen abzuheben.

Beginnt nicht gleich mit einem Verkaufsgespräch. Stellt euch lieber erst einmal vor und verweist auf ein paar Gemeinsamkeiten – z. B. dass ihr aus derselben Nachbarschaft seid, einen ehemaligen Arbeitskollegen gemeinsam habt oder in derselben Branche arbeitet.

Macht klar, warum ihr euch mit ihnen vernetzen wollt – wollt ihr euch mit anderen Grafikern zusammentun, hat euch einer ihrer Posts zum Nachdenken gebracht oder sucht eure Firma jemanden mit ihren Fähigkeiten? Dabei bleibt ihr stets freundlich, unaufdringlich und inhaltlich klar.

Screenshot einer Anfrage zum Vernetzen auf LinkedIn

TIPP: Spamt nicht! Habt ihr keinen wirklichen Grund, euch mit jemandem zu vernetzen, dann „folgt“ ihnen stattdessen. Auf diese Weise seht ihr die Posts der anderen Person in eurem Feed und könnt sie kommentieren, sobald ihr etwas beizutragen habt. Dadurch wirkt ihr nicht aufdringlich und könnt stattdessen einen Ruf für gute Beiträge aufbauen. Mehr dazu lest ihr in Schritt 5.

4. Besucht Profile, die euch interessieren

Das LinkedIn-Profil von jemandem zu besuchen, ist so ähnlich, wie wenn ihr der Person im echten Leben freundlich zuwinkt. Wenn jemand euer Profil besucht, bekommt ihr eine Benachrichtigung, die ungefähr so aussieht: “Jim Beam hat sich Ihr Profil angesehen.” Dieses vorsichtige Vorbeischauen ist eine gute Methode, ein Gespräch mit einem anderen Selbstständigen in eurer Branche zu beginnen – oder mit potenziellen Kunden. Oder mit jemandem, der über bestimmte Kenntnisse oder Fähigkeiten verfügt, die euch gerade interessieren.

Klickt ihr auf das LinkedIn-Profil von jemandem, bekommt die Person die beschriebene Benachrichtigung. Besitzt ihr ein kostenloses LinkedIn-Profil (wie die meisten Leute), seht ihr immer die fünf letzten Besucher eures Profils. Um frühere Zaungäste zu sehen, müsst ihr auf ein kostenpflichtiges Premium-Profil upgraden. Absolut notwendig ist das aber nicht.

Habt ihr jemanden gefunden, mit dem ihr euch vernetzen wollt, empfehlen wir, zuerst einen Blick auf das Profil der Person zu werfen. So bekundet ihr ernsthaftes Interessen an ihnen und ihrer Tätigkeit. Eventuell führt das sogar dazu, dass sie euer Profil ansehen oder euch sogar eine Kontaktanfrage schicken. Oder sie tun gar nichts. Dann macht ihr weiter mit Schritt 5.

5. Folgen, folgen, folgen

Okay, ihr habt nun also Kontaktanfragen an Frank aus der Buchhaltung und an eure Kumpels von der Uni geschickt. Doch was ist mit all den Business-Größen und Experten, mit denen ihr euch gerne vernetzen wollt, denen ihr im echten Leben aber niemals begegnen werdet? Erfolgreiche Unternehmer, Mentoren und Influencer bekommen täglich hunderte von Anfragen, weshalb ihr aller wahrscheinlicht mit einem pauschalen “Nein” abgespeist werdet oder eure Nachricht kompellt ungesehen bleibt. In diesen Situation ist der “Folgen”-Button euer Freund.

Screenshot der Folgen-Funktion von LinkedIn

Wenn ihr auf “Folgen” klickt, seht ihr all den Content in eurem Feed, den diese Person auf LinkedIn teilt. Auf diese Weise sagt ihr: “Hey, mich interessiert, wer du bist und was du machst.” Und zwar ohne, dass ihr gleich eine Kontaktanfrage verschickt, die ohnehin abgelehnt wird.

Ebenso könnt ihr Unternehmen folgen – also beispielsweise euren Konkurrenten oder Firmen, die euch gefallen und für die ihr vielleicht einmal arbeiten wollt.

6. Lest, kommentiert, bringt euch ein

Wenn ihr euch bei LinkedIn einloggt, seht ihr euren Feed mit Inhalten – ganz ähnlich wie bei Facebook oder Instagram. Ihr seht Posts aus eurem Netzwerk, von Personen und Firmen, denen ihr folgt, sowie einige gesponserte Posts (Werbung). Hier wird es jetzt richtig interessant.

Lest regelmäßig Posts und Artikel von Leuten, denen ihr folgt, und schon bald werden sich die Gelegenheit ergeben, dass ihr etwas zur Diskussion beitragen könnt. Kommentiert jedoch nicht nur um des Kommentierens willen. Wartet ab, bis ihr etwas wirklich Relevantes schreiben könnt, was die Diskussion in eine andere Richtung lenkt oder eine neue Perspektive auf das Thema eröffnet. Dadurch werden andere auf euch aufmerksam – vor allem, wenn ihr mit eurem Fachwissen glänzen könnt.

Auf diese Weise kommt ihr ins Gespräch mit Leuten, die ihr gerne in eurem persönlichen Netzwerk haben möchtet. Möglicherweise braucht es nur einen Kommentar, bis sie euch bemerken. Vielleicht dauert es auch mehrere Monate. Doch bleibt dran und schickt ihnen eine Kontaktanfrage, nachdem ihr euch ein paar Mal ausgetauscht habt. 

So verwendet ihr die Suchfunktion von LinkedIn, um euch zu vernetzen und Jobs zu finden

Mit der Suchfunktion von LinkedIn findet ihr Personen, Jobs, Inhalte, Unternehmen, Hochschulen/Berufsschulen, Gruppen und Events. Alle Kategorien sind nützlich, doch wir empfehlen, euch anfangs auf Personen zu beschränken und euch dann langsam zu Inhalten, Gruppen und Events vorzuarbeiten.

In diesem Abschnitt wollen wir uns darauf konzentrieren, relevante Personen für euer Netzwerk zu finden sowie Aufträge und Stellen.

Personen: Vernetzt euch mit den richtigen

Seid ihr Texter, wollt ihr euch wahrscheinlich mit anderen Textern aus euer Umgebung vernetzen. Zum Beispiel, indem ihr nach “Texter” + “meine Stadt” sucht. Oder ihr sucht nach Leuten mit Fähigkeiten, welche die euren ergänzen – also “Designer” oder “Grafiker”. Von diesen könnt ihr etwas dazulernen und euch obendrein gegenseitig Aufträge vermitteln.

Abhängig davon, wie gut ihr eine Person kennt, könnt ihr euch mit ihr vernetzen oder ihr “nur” folgen. Denkt daran: Sucht ihr vor allem nach neuen Kunden und Auftraggebern, ist die Größe eures Netzwerks entscheidend. Je größer es ist, desto wahrscheinlicher begegnen euch Posts mit relevanten Jobs.

Screenshot der Suchfunktion von LinkedIn

Inhalte: Genau richtig, um zu diskutieren und euch zu vernetzen

Die “Inhalte”-Suche von LinkedIn ist eine Goldgrube für Freelancer. Hier findet ihr keine offiziell ausgeschriebenen “Jobs”, denn diese haben ihre eigene Kategorie. Stattdessen finden sich hier Posts von Leuten, die nach Empfehlungen und Dienstleistungen suchen.

Das funktioniert so:

Die Filterfunktion lasst euch nach Begriffen in Artikeln, Posts und Kommentaren suchen, die für euch interessant sein könnten. Gehört euch zum Beispiel eine Gärtnerei in Hamburg, dann sucht nach “Suche Blumen in Hamburg” oder “Gärtnerei Empfehlung Hamburg”, um Leute zu finden, die nach eurer Dienstleistung suchen. Diese Vorgehensweise mag etwas zeitaufwändig sein, doch auf diese Art könnt ihr euch gut mit potenziellen Kunden und Arbeitgebern vernetzen. Ob ihr die gefundenen Posts kommentiert, euch mit den Postern vernetzt oder ihnen folgt, bleibt euch überlassen. Ihr könnt auch einfach ihre Firmenwebsite besuchen und direkt mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Gruppen: Vernetzt euch und teilt eure Ideen mit Gleichgesinnten

In vielen Ländern gibt es bereits LinkedIn-Gruppen für nahezu jeden Zweck. In Deutschland wurden bislang aber nur wenige Gruppen gegründet. Es kann also durchaus sein, dass eure Suche manchmal leer ausgeht. Im unteren Beispiel suchen wir daher nach kleinen Unternehmen in Boston. Dazu geben wir “small business + Boston” ein und bekommen eine ganze Menge Ergebnisse. 

Die Mitglieder in diesen Gruppen sind wie ihr auf der Suche nach Kontakten. Daher ist eine Gruppe ein guter Startpunkt, um mit dem Netzwerken loszulegen. Besonders dann, wenn ihr Personen (noch) nicht direkt anschreiben wollt.

Events: Findet virtuelle Veranstaltungen zum Netzwerken

Heutzutage bieten immer mehr Veranstalter Online-Alternativen zu ihren Offline-Events an. Manche haben ihre Veranstaltungen sogar komplett ins Netz verlegt. Das klappt dank der großen Auswahl an Tools für Live-Streaming und Videokonferenzen seht gut.

Mithilfe des “Events”-Filters könnt ihr nach Veranstaltungen von Unternehmen in eurer Nähe suchen (die ihr dann auch tatsächlich persönlich besuchen könnt) oder ihr sucht nach Schlüsselbegriffen für eure Branche. Zum Beispiel “Selbstständig”.

Oft findet ihr so auch Onlinekurse und Webinare. Das Gute daran: Bei vielen ist die Teilnahme kostenlos. So könnt ihr euch fortbilden, selbst wenn ihr gerade dabei seid, mit eurem Unternehmen zu sparen.

Netzwerken auf LinkedIn ist eine tolle Möglichkeit, euch und euer Business voranzubringen. Vor allem dann, wenn ihr hauptsächlich von den eigenen vier Wänden aus arbeitet oder lokale Netzwerkveranstaltungen gerade dünn gesät sind. Auch wenn ihr eine professionelle Krise durchmacht, kann euch ein gutes Netzwerk dabei helfen, euer Selbstvertrauen zu stärken.

Wie baut ihr euer Netzwerk auf? Teil eure Tipps mit uns und anderen Selbstständigen auf Instagram oder Facebook.

Bring dein Business online. Mit Jimdo.

Suzanne Al-Gayaar
Suzanne ist Texterin bei Jimdo und begeistert sich für Marketing, seitdem sie ihr erstes eigenes Unternehmen gegründet hat. Wenn sie nicht an Formulierungen feilt, liebt sie es an der frischen Luft zu sein – beim Reiten oder mit ihrem Hund.