So verkauft ihr erfolgreich online: Experten-Interview mit Christian Konrad

Ob Künstler oder Kaffeehändler, Imker oder Textildesigner – heute ist wirklich jede Branche online vertreten. Der große Vorteil: Per Onlineshop kann jeder direkt seine Kunden erreichen, ohne Umwege über große Handelsketten.

Habt ihr auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen? Dazu braucht ihr heutzutage nicht viel, außer ein wenig Zeit und natürlich ein tolles Produkt.

Doch was solltet ihr bei der Eröffnung eures eigenen Onlineshops unbedingt beachten? Und wie führt ihr ihn schließlich zum Erfolg? Dazu haben wir Christian Konrad befragt, unseren Experten für Shop-Design.

Onlineshop-Experte Christian Konrad

Shop-Experte Christian Konrad


Moin Christian! Was muss man deiner Meinung nach beachten, bevor man mit dem eigenen Onlineshop loslegt?

Bevor ihr euren Shop erstellt, solltet ihr euch ein paar grundsätzliche Fragen stellen: Was genau ist eigentlich euer Produkt? Ist es etwas Praktisches, das euren Kunden das Leben erleichtert? Etwa eine elektrische Saftpresse, bei der garantiert kein Tropfen daneben geht? Oder verkauft ihr ein Erlebnis? Beispielsweise eine geführte Tour an die makaberen Orte eurer historischen Altstadt. Die Antworten auf diese Fragen helfen euch dabei, die Vorteile eures Produkts zu kommunizieren.

Auch ein Blick auf die Websites eurer Konkurrenten kann nicht schaden. Wie präsentieren diese ihr Angebot? Was gefällt euch daran, was nicht? Was würdet ihr anders machen? Macht euch eine Liste von all den Dingen, die euch auf den Seiten eurer Wettbewerber auffallen. Diese Notizen werden für euren eigenen Shop von unschätzbarem Wert sein.

Euer Angebot bestimmt euer Image. Wie tretet ihr euren Kunden gegenüber auf, wie sollen sie euch und euer Produkt wahrnehmen? Diese Außendarstellung beginnt bereits bei eurem Domainnamen.

 

Was wäre ein guter Domainname für einen Shop?

Der sollte kurz, aussagekräftig und leicht zu finden sein. Seid ihr zum Beispiel Imker aus München und stellt selbst Honig her, würde sich “www.stadthonig-muenchen.de” anbieten. Der Name enthält sowohl, was ihr produziert, als auch wo ihr euer Produkt herstellt. So werdet ihr per Google besser gefunden.

 

Online-Marktplatz oder Onlineshop – was ist die richtige Verkaufsplattform für wen?

Beide Angebote haben ihre Stärken und Schwächen. Online-Marktplätze wie eBay oder Etsy sind sehr bekannt und ihr erreicht damit viele potenzielle Kunden. Allerdings müsst ihr für diese Reichweite auch einige Kompromisse in Kauf nehmen. Im Regelfall könnt ihr eure Shopseite nicht frei gestalten, sondern seid an die Vorgaben des Marktplatzes gebunden. Und natürlich müsst ihr für jeden verkauften Artikel Provision bezahlen.

 

Und was sind die Vorteile beim eigenen Shop?

Bei eurem eigenen Onlineshop habt ihr das Sagen. Wie ihr eure Seiten gestaltet, bleibt komplett euch überlassen und ihr müsst an niemanden Provision bezahlen. Außerdem ist es mit einem Shop-Baukasten heutzutage deutlich einfacher, einen eigenen Shop zu erstellen, als noch vor ein paar Jahren.

Bei Jimdo sehen wir, dass Nutzer ihren Shop teilweise innerhalb weniger Stunden online stellen. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Am Ende kommt es darauf an, wie viele Produkte man verkaufen möchte. Aber mit einem modernen Shop-System lassen sich bis zu 80 Artikel in verschiedenen Varianten gut organisieren.

 

Lass uns über die Gestaltung unseres Webshops reden. Worauf kommt es bei der Präsentation unserer Produkte besonders an?

Um euer Produkt gut in Szene zu setzen, braucht ihr zwei Dinge: eine aussagekräftige Beschreibung und ein hochwertiges Bild. Eure Besucher sollen schnell einen ersten Eindruck von eurem Produkt bekommen und sich denken: “Das ist etwas für mich.”

Für überzeugende Produktbeschreibungen gilt: Nehmt die Perspektive eurer Kunden ein und fragt euch, was genau sie an eurem Produkt interessieren könnte. Welchen Vorteil haben sie, wenn sie bei euch und nicht bei der Konkurrenz kaufen? Beschreibt die wichtigsten Eigenheiten eures Produkt und rückt seinen Nutzen für eure Kunden ins Zentrum. Bleibt mit euren Produkttexten aber trotzdem kurz und präzise. Denn irgendwann ist die Aufmerksamkeit eurer Kunden erschöpft und ihnen die Lust am Lesen vergangen.

 

Und was ist dein Tipp für Produktfotos im Onlineshop?

Die Qualität euer Produktbilder ist besonders wichtig. Sind eure Fotos unscharf oder schlecht ausgeleuchtet, können eure handgestrickten Mützen in der Realität noch so schick aussehen – niemand wird sie kaufen. Daher lohnt sich der Einsatz einer Lightbox. Damit macht ihr mit geringem Aufwand tolle Produktfotos. Oder ihr wendet euch direkt an einen professionellen Fotografen, der sich auf Produktfotografie spezialisiert hat.

 

Soweit steht unser Shop. Doch wie finden uns unsere Kunden nun und wie heben wir uns von der Konkurrenz ab?

Ich würde zwei Punkte nennen: erstens die Suchmaschinenoptimierung. Auch kleine Shops können heute zum Beispiel durch lokale SEO eine Menge erreichen und bei Google gut gefunden werden. Sucht am besten einfach mal nach „lokaler SEO bei Google“.

Zweitens ist der direkte Kundenkontakt nach wie vor ungemein wichtig. Für Unternehmer, die neben dem Onlineshop ein Ladengeschäft haben, sowieso. Aber auch per Social Media. Instagram ist für viele kleine Betriebe beispielsweise eine tolle Möglichkeit.

Denkt auch daran, dass ihr nicht nur euer Produkt verkauft. Zu einem gewissen Grad verkauft ihr auch euch selbst. Ihr seid Teil eurer Marke. Erzählt also eure Geschichte auf eurer Website. Was treibt euch an? So nehmen eure Kunden euch nicht einfach nur als Shop, sondern als Person war. Das erzeugt Vertrauen und hebt euch von euren Mitbewerbern ab.

 

Nun aber zum Wichtigsten: Wie werden aus unseren Besuchern zahlende Kunden?

Grundsätzlich gilt für den gesamten Kaufvorgang: Macht es euren Kunden so leicht wie möglich. Damit erhöht ihr eure “Conversion Rate”. So nennt man die Anzahl der Personen, die von Besuchern zu Kunden “konvertieren”.

Dazu verwendet ihr am besten eindeutige Call-to-Action-Texte auf euren Buttons – zum Beispiel: “Jetzt kaufen”. Und strapaziert die Geduld eurer Kunden nicht mit viel zu langen Formularen an der Kasse. Fragt nur die Infos ab, die wirklich notwendig sind. Denn beim Check-out kann jeder zusätzliche Klick ein Klick zu viel sein.

Und denkt an all die Nutzer, die mobil unterwegs sind. Laut einer aktuellen Umfrage, kauft jeder zweite Onlineshopper in Deutschland mit dem Smartphone ein. Für euch bedeutet das, dass euer Shop sowohl im Browser als auch auf dem Handy gut funktionieren muss. Das schafft ihr am besten mit einer responsiven Designvorlage, die sich automatisch an das Gerät des Betrachters anpasst. So sieht euer Shop wirklich immer gut aus.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Christian.


Zusammenfassung: Die besten Tipps für erfolgreiches Verkaufen

  • Stellt euch grundlegende Fragen zu eurem Angebot: Was ist euer Produkt? Welchen Nutzen bietet es euren Kunden? Die Antworten werden euch dabei helfen, die Vorteile eures Produkts an potentielle Käufer zu kommunizieren.
  • Seht euch die Webauftritte eurer Konkurrenten an. Lernt aus ihren Schwächen und lasst euch von ihren Stärken inspirieren.
  • Entscheidet euch: Online-Marktplatz oder eigener Onlineshop? Seid ihr euch unsicher, spricht nichts dagegen, beides miteinander zu kombinieren.
  • Setzt eure Produkte überzeugend in Szene mit aussagekräftigen Beschreibungstexten und hochwertigen Produktbildern.
  • SEO ist in der Online-Welt unverzichtbar. Doch vergesst nicht, den direkten Kontakt zu eurer Zielgruppe zu pflegen – sowohl online per Social Media als auch offline im eigenen Ladengeschäft.
  • Ihr seid Teil eurer Marke. Erzählt eure Geschichte und vermittelt euren Kunden einen Eindruck von eurer Person. So gewinnt ihr Vertrauen und hebt euch von euren Wettbewerbern ab.
  • Steigert eure Conversion Rate mit eindeutigen CTA-Texten und einem unkomplizierten Check-out.
  • Nutzt responsives Website-Design. So erreicht ihr nicht nur Kunden am PC, sondern auch auf Smartphone und Tablet.