Produktfotografie: Professionelle Produktfotos mit einer Lightbox zum Selberbauen

Eine Lightbox ist ein “Ministudio” für eure Produkte, mit der euch ganz einfach richtig professionelle Aufnahmen gelingen. So macht ihr auch ohne teure Kamera und aufwändige Hintergrundgestaltung hochwertige Produktfotos, die Kunden überzeugen!

Das Beste daran: Ihr könnt eure Lightbox einfach selber bauen! Ein Budget von unter 10 Euro und etwa 30 Minuten Zeit reichen bereits aus. Wir zeigen euch Schritt für Schritt, wie ihr euer Ministudio baut und damit hervorragende Fotos für eure Website schießen könnt.


Was ist eine Lightbox genau?

Eine Lightbox ist ein Hilfsmittel für Fotografen, das auch Profis bei ihrer Arbeit nutzen. Mit einem solchen Ministudio ist es möglich, Objekte vor einem weißen Hintergrund gleichmäßig auszuleuchten und besonders einheitliche Fotos zu schießen.

Dafür schneidet ihr einen einfachen Karton zu und kleidet ihn dann komplett weiß aus. Wie ihr genau vorgeht, beschreiben wir in den folgenden Schritten.

 

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Schritt 1: Vorbereitung für die Lightbox

Das braucht ihr:

  • einen alten Karton
  • Klebeband
  • Cutter/Teppichmesser
  • weiße Servietten
  • ein großes weißes Plakat (zum Beispiel die Rückseite eines festen Posters, großformatiges Fotopapier, etc.)
Material für Lightbox

Dieses Material braucht ihr für eure eigene DIY-Lightbox.

Schritt 2: Zurechtschneiden des “Fotostudios”

Als erstes schneidet ihr die “Flügel” (Klappen) des Kartons auf einer Seite ab. Dadurch habt ihr jetzt einfach eine kleine Pappkiste mit einer Öffnung.

Stellt die Box nun so hin, dass die Öffnung zu euch zeigt. Schneidet nun die drei Seitenwände  links, rechts und oben aus. Achtet dabei darauf, jeweils ungefähr 5 cm Rand stehen zu lassen. Es ist total okay, wenn die Schnitte nicht ganz gerade und akkurat sind.

Das ist das Gerüst eurer Lightbox, auf das wir im nächsten Schritt die weißen Seitenwände aus Servietten spannen.

DIY-Lightbox

Das ist das Gerüst eurer Lightbox, auf das wir im nächsten Schritt die weißen Seitenwände aus Servietten spannen.

Schritt 3: Den weißen Hintergrund einkleben

Nun schneidet ihr die Servietten oder das Küchenpapier auf die ungefähre Größe der ausgeschnittenen Seitenwände zurecht.  Klebt den Zellstoff dann so an die Box, dass er die Aussparungen der drei Seiten verdeckt.

 

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Der Vorteil des Materials: Durch die Servietten wird das eintreffende Licht weichgezeichnet und gestreut. Dadurch vermeiden wir Schlagschatten und harte Kanten auf den Objekten.

Durch die Servietten fällt genug weiches Licht, um eure Produkte gleichmäßig in der Lightbox auszuleuchten.

Aufbau Lightbox

Durch die Servietten fällt genug weiches Licht, um eure Produkte gleichmäßig in der Lightbox auszuleuchten.

Schritt 4: Das Innenleben verkleiden

Nun ist das Posterpapier an der Reihe: Schneidet das Papier auf die Breite der Box zurecht. Stellt dabei sicher, dass der Bogen lang genug ist, um vorn noch ein ganzes Stück über die Box hinauszuragen (siehe Bild). Das wird der Fotohintergrund eures Objekts.

Klebt nun das eine Ende des Plakats von innen an die obere Kante eurer Lightbox. Nun sollte sich Posterkarton wie eine kleine Sprungschanze durch eure Lightbox biegen.

Der Vorteil: Durch das Fehlen von Kanten wirkt der Hintergrund auf den Fotos später „endlos“. Falls sich das Posterpapier am unteren Ende zu sehr zusammenrollt, könnt ihr es auch dort noch einmal mit ein paar Streifen Klebeband fixieren.

Das war es schon! Fertig ist euer Mini-Fotostudio!

Anleitung für Lightbox

Hier seht ihr, wie die Lightbox am Ende aussehen sollte.

Fotos mit der Lightbox: Tipps für perfekte Fotos

Jetzt könnt ihr direkt loslegen und die ersten Testbilder machen. Da die Aufnahmen von geringer Distanz gemacht werden und die Lightbox sehr gute Lichtverhältnisse erzeugen kann, reichen für die meisten Zwecke gute Smartphone-Kameras bereits aus.

Fotografie mit einer DIY-Lightbox

Julia schießt hier ein paar Testfotos mit ihrer Spiegelreflex-Kamera.

Damit euch die Bilder direkt gut gelingen hier einige Tipps:

  • Am besten stellt ihr die Lightbox an eine natürliche Lichtquelle.
  • Natürliches Licht ist künstlichem meist überlegen. Mit einer Lampe von (schräg) vorne könnt ihr hingegen markante Effekte erzielen – probiert’s einfach aus.
  • Falls wenig natürliches Licht verfügbar ist, könnt ihr z. B. eine Schreibtischlampe über der Box platzieren.
  • Achtet in jedem Fällen darauf, dass der Blitz an eurer Kamera oder an eurem Smartphone deaktiviert ist.
  • Überprüft, ob eure Fotos ruckelfrei gelungen sind oder nutzt ein Stativ bzw. eine Unterlage für die Kamera.

 

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Beispiele: So sehen die Fotos mit Lightbox aus

Eine Blume als Beispiel für ein Produkt in der Lightbox:

Figur in Lightbox

Und das Foto sieht später so aus:

Beispiel-Foto Lightbox

Und hier die Affen-Figur: in der Lightbox…

Figur in Lightbox

…und in der späteren Aufnahme:

Beispiel-Foto Lightbox

 

Think outside the (Light-)Box!

Die Fotos mit der Lightbox wirken hochwertig und stellen das Produkt durch den weißen Hintergrund maximal in den Fokus. Das ist ihre große Stärke.

Das bedeutet wiederum auch, dass euer Produkt in keinem “natürlichen” Kontext zu sehen ist. Darum kann es eine gute Idee sein, auf eurer Website oder in eurem Shop beides zu kombinieren: Lightbox-Fotos und ein Bild, das den Artikel in Verwendung zeigt.

Ein gutes Beispiel sind Kleidungsstücke: Kunden lieben es, Kleidung vor neutralem Hintergrund zu sehen – das vermittelt einen besonders genauen Eindruck, wie das Kleidungsstück aussieht. Zusätzlich finden es Kunden gut, die Kleidung “in Aktion” zu sehen, also mit einer Person, die das Kleidungsstück trägt.


Wie gefällt euch unsere Anleitung für professionelle Produktfotos? Habt ihr das Fotografieren mit einer solchen Lightbox vielleicht schon einmal ausprobiert?