So leicht könnt ihr euren Break-even-Point berechnen

Ein Unternehmer berechnet seinen Break even Point.
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Ihr möchtet ein Unternehmen gründen oder ein neues Produkt auf den Markt bringen? Dann empfiehlt es sich noch vor dem Marktstart einmal auszurechnen, ab wann ihr mit eurem Vorhaben eigentlich Gewinn einfährt. Dazu berechnet ihr am besten euren Break-even-Point.

Wie das geht (nämlich ganz leicht) und warum es sich immer lohnt, eure Gewinnschwelle zu berechnen, haben wir im Folgenden für euch zusammengestellt.

Warum sollte ich einen Break-even-Point berechnen?

Wenn ihr euren Break-even-Point berechnet, könnt ihr genau sehen, wie viel ihr von eurem Produkt verkaufen müsst, um in der Gewinnzone zu landen. Damit könnt ihr bereits vor Marktstart des Produkts absehen, ab wann es für euch rentabel wird. Ebenso könnt ihr besser einschätzen, ob das Produkt in seiner jetzigen Form eine gute Idee ist. Möglicherweise ist es zu teuer in der Herstellung und ihr müsst zu viel absetzen, um einen Gewinn zu erzielen. Vielleicht lohnt es sich, es noch einmal zu überarbeiten.

Ebenso hilft euch der Break-Even-Point bei der Finanzplanung eures Unternehmens. Denn so wisst ihr, wie viel ihr pro Woche, pro Monat, pro Jahr absetzen müsst, um mit eurem Business ein Plus zu erwirtschaften.

Habt ihr euren Break-even-Point einmal berechnet, könnt ihr auch regelmäßig überprüfen, wie es in eurem Business gerade läuft. Möglicherweise solltet ihr mehr verkaufen, als ihr gerade macht. Möglicherweise lohnt es sich auch, eure Kosten nochmals anzugehen und euer Produkt feinzujustieren.

Ihr wollt euren Break-even-Point schnell selbst ausrechnen? Dann ladet unsere praktische Vorlage herunter

So lässt sich der Break-even-Point berechnen

Wollt ihr eure Gewinnschwelle berechnen, benötigt ihr drei Zahlen:

  • Fixe Kosten: Damit sind die Kosten gemeint, die regelmäßig anfallen und auch stets gleich bleiben. Zum Beispiel Lohnkosten, Miete und ähnliches.
  • Variable Kosten: Diese Kosten fallen immer pro Stück an und variieren in ihrer Höhe. Zum Beispiel, weil sie unregelmäßig anfallen oder sich anderweitig verändern. Beispielsweise, wenn Material im Einkauf manchmal teurer oder billiger ist.
  • Verkaufspreis: Also zu welchem Preis ihr eure Produkte letztlich verkauft. Einige Tipps dazu findet ihr übrigens in unserem Artikel zur Preiskalkulation für Onlineshops

Habt ihr all diese Zahlen parat, könnt ihr ganz einfach die Anzahl an verkauften Einheiten ausrechnen, dir ihr zum Überschreiten eurer Gewinnschwelle benötigt. Und zwar so:

Fixe Kosten : (Verkaufspreis – variable Kosten) = Anzahl an verkauften Einheiten

Beispiel für die Berechnung des Break-even-Points

Angenommen ihr möchtet in eurem Shop selbstgemachten XY verkaufen. Dann könnte eure Rechnung in etwa so aussehen:

  • Fixe Kosten: 500 Euro pro Monat (z. B. Werkstatt-Miete)
  • Variable Kosten: 10 Euro pro Stück (z. B. Materialkosten, Arbeitszeit)
  • Verkaufspreis: 20 Euro pro Stück

Daraus ergibt sich dann: 500 € : (20 € – 10 €) = 50

In diesem Fall liegt euer Break-even also bei 50 Stück.

Grafische Darstellung des Break-even-Points

Fast jedes Tool zur Tabellenkalkulation ermöglicht euch, eure Gewinnschwelle auch grafisch darzustellen. Das sieht dann ungefähr so aus:

Beispiel für eine Break-even-Point-Grafik

So seht ihr auf einen Blick, wann ihr die Gewinnzone erreicht.

Erstellt euch eure eigene Grafik zum Break-even-Point ganz einfach selbst. Geht ganz leicht mit unserer Vorlage.

Ist mein Break-even-Point realistisch?

Eine wichtige Frage, die ihr euch nach der Berechnung stellen solltet. Denn was nützt euch eine korrekt errechnete Gewinnschwelle, wenn ihr sie niemals erreichen könnt? Beispielsweise, wenn ihr einfach nicht genug von eurem Produkt herstellen könnt. Oder wenn der Markt es einfach nicht hergibt? Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn ihr pro Monat 500 Stück von etwas verkaufen müsstet, euer Zielmarkt aber gerade einmal 1.000 Stück pro Monat zulässt. Dann müsstet ihr 50 % des Marktes kontrollieren, um Gewinn zu machen. Das ist selbst für Träumer*innen unrealistisch.

Überlegt euch daher, ob euer Break-even-Point für euch schaffbar ist. Falls nicht, dann denkt darüber nach, wie ihr ihn möglicherweise dennoch erreichen könnt. Lohnt es sich, jemanden anzustellen, um in der Produktion zu helfen? Oder könnt ihr euer Produkt vielleicht überarbeiten, sodass es in der Herstellung weniger kostet? Möglicherweise findet ihr so eine Lösung.

Der Break-even-Point in eurem Businessplan

Euren Break-even-Point in euren Businessplan aufzunehmen, ist immer eine gute Idee. Am besten gleich ganze vorne in der Zusammenfassung eurer Geschäftsidee. Dann sehen nämlich potenzielle Geldgeber*innen gleich zu Beginn, ab wann euer Unternehmen Gewinn abwirft. Das ist vor allem bei Banken wichtig, da sie anhand der Gewinnschwelle eure Tilgung und Zinsen besser berechnen können. Ebenso kann sie besser einschätzen, ob euer Kapitalbedarf für den Start realistisch ist.

Generell gilt bei einem Businessplan: Bleibt realistisch und beschönigt eure Zahlen nicht. Viele Investoren kennen entsprechende Vergleichswerte aus eurer Branche und werden einer zu optimistischen Gewinnschwelle eher kritisch gegenüber stehen.

Stefan Sturm
Stefan ist Redakteur bei Jimdo und schreibt zu allen Themen rund um Website, Onlineshop und Selbstständigkeit.
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